Winter

von Oliver Pangasius

In Kälte ist erstarrt, was sonst beweglich
dem Werden stets verhaftet vorwärts schreitet.
Und was sich sonst voll Lebensfreude täglich
verändert, ist dem Sterben nun bereitet.

Des Lebens Einheit ist nunmehr zerteilt.
Gebrochnes Licht fällt müde durch die Zweige.
Die Schöpferkraft, die sonst in allem weilt
und wirkt, geht in der Stille nun zuneige.

Was bleibt, wenn man der Welt das Leben nimmt?
Des Zustands Kern – verbindungslos zum andern.
Wir Menschen müssen einsam und gekrümmt
vor Kälte durch erfrorne Räume wandern.

 

Oliver Pangasius, geboren 1968 in Buxtehude, Uhrmacherlehre in Osnabrück, lebt heute in Tecklenburg. Seine an der traditionellen norddeutschen Kalenderdichtung geschulte Lyrik verbindet den ernst-zurückhaltenden Tenor dieser Gattung mit parodistischen Elementen durch deren Überzeichnung.

 

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