Ein Sprungbrett zur Wahrheit

strudlhofstiege_detail.jpgHeimito von Doderer, dessen Name allein ihn zu einem Künstler zu machen scheint, berichtet in seiner Strudlhofstiege (1951) von den schöngeistigen, dem Schopenhauer- studium gewidmeten Zusammen- künften Etelkas und Pistas, zweier Aristokratensprösslinge in Wien kurz vor dem Ersten Weltkrieg, in denen es ‚Geist hagelt‘ (S. 116) und die Anwesenden Schopenhauers ‚bestrickende Sprache in sich hineinsaugen wie vertrockneter Boden den Regen‘ (S. 117). Und er kommt nicht umhin, die Lächerlichkeit dieser Unternehmungen zuzugeben, und verteidigt sie doch gleichzeitig.

Denn „ein Blick zurück aus der Formlosigkeit unserer Zeit mit ihrem lebensnahen Getue, das in Wahrheit einer viel tieferen Zerfallenheit mit dem Leben entspringt, rückt hier Schätzbares in die Perspektive: Weiterlesen